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Polit- und Agententhriller

Alfred Hitchcook – wem ist dieser Name kein Begriff? Einer der bekanntesten Vertreter des Literatur- und Filmgenres der Thriller. Doch was muss ein Thriller können, wodurch ist er charakterisiert? Es geht in erster Linie um den richtigen Mix aus wirklichem Nervenkitzel und Hochspannung. Der Leser oder Zuschauer muss diese Emotionen fühlen und durchaus auch körperlich spüren. Die Emotion ist greifbar. Das Genre bedient sich zahlreicher Taktiken, die genau dieses Mitfühlen beim Leser erzeugen: die Hauptfigur könnte meist unser Nachbar sein, kein Held, keine übermächtigen Kräfte.

Die Nähe zum Leser wird über Realität erzeugt. Oftmals dreht sich die Handlung um einen einzelnen Protagonisten, der uns die Geschichte quasi ins Ohr flüstert. Es geht ums Überleben, und das ist ein Kampf, zahlreiche Rätsel sind zu lösen, zahlreiche Schwierigkeiten zu überwinden, wenn man am Schluss am Leben bleiben möchte. Der Thriller eröffnet und zeigt nie vermutete Abgründe in der Gesellschaft und im menschlichen Wesen, er beschreibt Dinge, die niemals eintreten dürfen. Es ist ein Kampf gegen eine andauernde Bedrohung, kein einfacher Kampf, immer wieder gerät der Protagonist in den Nachteil und muss weiterkämpfen. Das Publikum fiebert mit und lässt sich mitreißen, diese beiden Verben sind nur zwei von zahlreichen Bedeutungen des Wortes thrill aus dem Englischen.

Doch das Genre des Thrillers ist weitläufig. Ein eigenes Subgenre sind die Polit- und Agententhriller. Was macht sie so besonders? Ihre Handlung beschäftigt sich mit politischen Ereignissen und Verwicklungen auf staatlicher Ebene. Terroristische Anschläge, Spionageakte oder kriminelle Machenschaften staatlicher Institutionen stehen im Mittelpunkt und werden beleuchtet. Heiße Themen fesseln die Leser: Waffenexporte, Partei-Skandale und Attentate auf Personen des öffentlichen Lebens. Wer das Wort Politik in einem Roman als anstrengend empfindet, liegt falsch. Fiktive Elemente verbinden sich mit realen Ereignissen aus der Vergangenheit oder Gegenwart. Politthriller klären auf, aber sie schrecken auch ab, öffnen die Augen für Missstände in unserer Gesellschaft oder der Bühne der Weltpolitik. Es gibt keine klare Richtlinie für die Autoren eines Politthrillers: manche beziehen persönlich Stellung, andere stellen die Ergebnisse aus jahrelangem investigativem Journalismus dar. Alles ist erlaubt. Der Autor hat oft jahrelang recherchiert, kennt Land und Leute, soziale und politische Begebenheiten und hat über lange Zeit Material zusammengetragen aus dem sich nun eine ganze Geschichte entwickelt hat. Der Polit- und Agententhriller ist zeitlos, er greift auf, was die Welt beschäftigt.

Lesenswerte Polit- und Agententhriller